Meine Bücher

Wer macht eigentlich Werbung für kleine Budgets?

  • Finden Sie den Dienstleister in Ihrer Nähe. Die Google Map mit allen Machern, die sich auch für kleine Budgets ins Zeug legen.

    Mapwerbung_2

Was sind eigentlich Glückskommentare?

Glueckszahlen_2 "Vor wenigen Tagen habe ich hier unser neues Blogprojekt angekündigt. Es ist eigentlich nur so aus der Laune heraus entstanden nimmt aber so langsam Formen an. So dürfen sich künftig die glücklichen Gewinner, deren Kommentar auf eine Glückszahl fällt, nicht nur auf Überraschungen von TeNo freuen. Es wird zusätzlich auch Überraschungen und Preise geben, die von anderen Corporate Blogs beigesteuert werden. So bleibt das ganze dynamisch und spannend :)))"  Zitat TeNo

Das TeNo Blog hat einen eigenen Stil gefunden mit seinen Lesern gemeinsam Spaß zu haben - eine oft vergessene Maxime aus Marketeasing übrigens. Zudem binden die TeNo Leute in spielerischen Aktionen immer andere Blogs mit ein. Das gefällt mir.
Und deshalb freut es mich, dass ich eingeladen bin, auch ein paar Bücher zu den Überraschungspaketen beizusteuern.

Karlsruher manifest for “fair communication“

We have grown tired of being harassed by spam, lies and bullshit. It is annoying to have banners and commercials popping up in front of websites so you can’t see the page itself. We don’t want to throw away tons of commercial papers in our recycling bins anymore. We hate calls of lotteries and other raffles. We don’t want to talk to automatic calling machines. We are tired of being customers all the time and not the humans we actually are. We have the right to choose the information we want to get!
It is totally clear how we humans want to be talked to. Still very many companies do not communicate with us in the way we prefer it and even wish for. They are just not fair to us. To make it simple for them the “Karlsruher manifest for fair communication” was created as a guideline for “fair communication” in commercials, sales and public relations.

The “Karlsruher manifest for fair communication” includes the following points:
1.      I respect my opponent
2.      I am honest
3.      I talk and listen
4.      I am friendly, courteous, cooperative
5.      I am not annoying and don’t force anybody to do something
6.      I am not tricking anybody
7.      I am open for criticism and use the feedback
8.      I provide respondents with knowledge
9.      I respect the privacy of my opponent
10.    I don’t cross borders
11.    I take care of personal relationships
12.    I appreciate the person I am talking to
13.    I communicate honestly and transparent
14.    I communicate understandable and understanding
15.    I always take care of the benefits for both sides
16.    I keep my promises
17.    I build relationships that last long
18.    I admit my mistakes
19.    I take my time
20.    I show respect to the individual and the cultural differences
21.    I am responsible for my actions

These 21 sentences you just read are supposed to ensure a fair communication in e.g. sales, commercials, etc. They have been created when Mr. Röthlingshöfer was at the Merkur Internationale FH Karlsruhe. He was doing a guest lecture together with Dr. Michael Zerr with the IMA 6 students. This manifest was created, discussed and of course written down by:

Christina Brenner, Catharina Dehn, Denise Hammer, Julio Machado-Castre, Nina Metzner, Angelika Sauer, Meike Schreiner, Michael Schurer und Silke Spraul.

Thanks to all that were working on this issue. Critics, things to add, oppositions and of course corrections are welcome. By the way, the Merkur Internationale FH Karlsruhe is blogging here.

Translated by: Andreas Griesbach, IMA 2 Merkur Internationale FH Karlsruhe!

Schweiz, ich komme: Fachtagung und Workshop in Zürich

Zum ersten Mal wurde ich in die Schweiz eingeladen, um in Zürich einen Workshop zum Thema "Marketeasing" zu veranstalten und zwar am 27. Juni 2008. Das ist großartig, weil ich dann billiger tanken, Schokolade und Moschtbröckli kaufen kann. Aber nicht nur deshalb. Sondern weil das Marketeasing Thema mal wieder eine Grenze überspringt.

Ein paar Inhalte zu diesem Workshop

  • Klassische Werbung wirkt nicht mehr
  • Gute Werbung muss sich von selbst verbreiten
  • Je näher desto besser. Marketeaser und der Kunde
  • Marketeaser im Netz
  • Ausblick: Die nächsten fünf Jahre

Er findet statt im Rahmen der Fachtagung "Imagebildung im Internet", (bereits am 25. und 26. Juni!), die von Dr. Nils Hafner, Universität Luzern geleitet wird. Hört sich jetzt ein bisschen akademisch an, aber ich habe einen praxisnahen Workshop versprochen. Daran halte ich mich auch.
Was mich besonders freuen würde, dort auf einige meiner Schweizer Leser und Marketeasing-Anwender zu treffen.

Mit dem Veranstalter habe ich einen Nachlass für meine Blogleser ausgehandelt. Sie erhalten sowohl für die Fachtagung als auch für die Seminare/Workshops jeweils 10% Preisnachlass auf die Teilnahmegebühr.

Um diesen Rabatt zu erhalten, einfach bei der Anmeldung ins Bemerkungsfeld den Code "SOM186BR" eintragen.

Hier gibts nähere Infos zum Programm.

Making of: Das Karlsruher Manifest

Nachdem meine Gastvorlesung dank der cleveren und ideenreichen Studigruppe der Merkur FH ein voller Erfolg wurde und das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation hervorgebracht hat, hier noch ein Blick hinter die Kulissen.

Fh_merkur_1

Nachdenken.

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Festnadeln.

Fh_merkur_3

Wow.


Übrigens werde ich am Donnerstag zu einer zweiten Gastvorlesung in Karlsruhe sein. Keine Sorge, es entsteht kein neues Manifest, sondern es gibt eine Jam-Session zum Thema Bloggen. Gejammt wird mit Biggi Mestmäcker.

Wo ist der Eismann?

Eismann_widget Das ist mal eine klasse Anwendung von Google Maps. Die Ilmenauer mobile Eisdiele Eis-Wagner, die mit ihrem Lieferwagen kreuz und quer durch die Stadt fährt, lässt sich dabei live verfolgen. Auf der Website, die auch ganz folgerichtig "Wo ist der Eismann?" heisst, kann man den aktuellen Standort des Wagens sehen und den Weg durch die Stadt verfolgen.
Wer will, kann sich auch ein Widget auf den eigenen Desktop laden oder die aktuelle Position per RSS Feed mitteilen lassen.
Alles, damit man weiß, wo man den Eis-Wagner findet. Wie das funktioniert, beschreibt er so:

"Im Eiswagen ist ein FALCOM MAMBO, ein GPS Empfänger mit Handy-Funktion, eingebaut. Das MAMBO ermittelt die aktuelle Position per GPS und sendet diese per GSM/GPRS an unseren Server. Der Server stellt die Position auf der Landkarte dar.Solange das Fahrzeug in Bewegung ist, wird die Position einmal pro Minute aktualisiert. Im Stand werden keine neuen Positionen gesendet. Ändert sich die Position wird diese zeitnah automatisch auch auf der Karte aktualisiert.Als Karte werden die frei zugänglichen Google-Maps verwendet, welche über eine definierte API angesprochen werden."

Kompliment - eine klasse Idee, perfekt inszeniert. Doch halt, niemand ist perfekt. So hat der Eis-Wagner es nicht für nötig gehalten, uns auf seiner Website mehr über seine Eissorten und deren Herstellung zu verraten.

Danke an Gerhard Schoolmann für die Entdeckung.

Die Marke: Illusionen und Metaphern

Ach wie ich das Wörtchen "Markenführung" amüsant finde. Das wird immer so verwendet, als handele es sich bei den Markenführern um superschlaue Gralshüter eines verborgenen Markenkerns, den sie nach Belieben umgestalten, definieren und mit Leben füllen. Die „Kern-Metapher“ suggeriert ja auch gleich, dass da nicht jeder Einblick haben kann. Schließlich steckt der Kern so tief innen drin, dass nur ein Häuflein Eingeweihter den zu Gesicht bekommt.

Was für eine Illusion. Aber keine verwunderliche, da die Marketingsprache voll von Allmachtsphantasien ihrer Macher steckt. Nur so am Rande.

Hola, liebe Unternehmer und Marketingchefs. Wir sind alle ganz kleine Lichtlein, was unsere Markenmacher-Potenz angeht: Marke ist, was in den Köpfen der Menschen tatsächlich steckt, nicht was wir gerne reinstecken möchten. Und das kann man ganz einfach sichtbar machen. Mithilfe der „Brand Tag Clouds“. Diese zeigen, was für Assoziationen Menschen mit Marken verbinden.

Hier ist eine solche Brand Tag Cloud. Zu welcher Marke die wohl gehört?

Brand_tags

Zum Brand Tag Projekt gehts hier.

Das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation

Wir haben es satt, von Spam, Lügen und Bullshit belästigt zu werden. Es nervt uns, wenn uns Banner die freie Sicht auf Webseiten versperren. Wir wollen nicht eine Tonne Werbemüll als Altpapier entsorgen müssen. Wir hassen Gewinnspielanrufe. Wir wollen nicht mit Telefonrobotern sprechen. Wir sind es leid, immer nur Kunden und nie Menschen zu sein. Wir haben das Recht unseren Informationsmix selbst zu bestimmen.

Eigentlich glasklar, wie Menschen angesprochen und umworben werden sollen. Bloß kommunizieren viele Unternehmen nicht so, wie wir uns das wünschen. Sie sind einfach nicht fair zu uns. Damit sie es künftig leichter haben, das Richtige zu tun, hier die Leitsätze für ein Faires Kommunizieren in Werbung, Verkauf, PR.

Das Karlsruher Manifest zur Fairen Kommunikation

1.    Ich respektiere mein Gegenüber.
2.    Ich bin ehrlich.
3.    Ich rede und höre zu.
4.    Ich bin freundlich, höflich und hilfsbereit.
5.    Ich nerve nicht und dränge nichts auf.
6.    Ich nutze nicht aus und zocke nicht ab.
7.    Ich bin offen für Kritik und nutze Feedback.
8.    Ich stelle kompetente Gesprächspartner zur Verfügung.
9.    Ich respektiere die Privatsphäre meines Gegenübers.
10.  Ich halte Grenzen ein.
11.  Ich pflege persönliche Beziehungen.
12.  Ich bringe jedem Wertschätzung gegenüber.
13.  Ich kommuniziere offen und transparent.
14.  Ich kommuniziere verständlich und verständnisvoll.
15.  Ich achte stets auf beidseitigen Nutzen.
16.  Ich halte meine Versprechen.
17.  Ich baue langfristige und  nachhaltige Beziehungen auf.
18.  Ich gebe Fehler zu.
19.  Ich nehme mir Zeit.
20.  Ich respektiere Individualität und kulturelle Unterschiede.
21.  Ich übernehme Verantwortung für mein Handeln.

Diese 21 Leitsätze sollen helfen, eine faire Kommunikation (z.B. in Vertrieb, Werbung, PR...) zu gewährleisten.
Sie entstanden im Rahmen meiner gestrigen Gastvorlesung an der Merkur Internationale Fachhochschule in Karlsruhe im Studiengang Internationales Marketing – zu der ich von Prof. Dr. Michael Zerr eingeladen wurde.
Erarbeitet, diskutiert und formuliert wurden dieses Manifest von Christina Brenner, Catharina Dehn, Denise Hammer, Julio Machado-Castre, Nina Metzner, Angelika Sauer, Meike Schreiner, Michael Schurer und Silke Spraul.

Vielen Dank an alle Beteiligten - das war eine tolle Session! Kritik, Ergänzungen, Gegenreden und Verbesserungen sind willkommen. Übrigens, die FH bloggt hier.

Persil kann gar nicht bloggen

Schon gehört? Persil bloggt.
Was natürlich Unsinn ist. Eine Marke kann gar nicht bloggen. Oder hätten Sie das einer chemiepulvergefüllten Pappschachtel zugetraut? Menschen können bloggen. Leider fängt damit der Fehler schon an. Denn die sind bei Persil nicht nur auf dem Teamfoto ganz weit weg von den Lesern.
Thorsten Ulmer bemerkt ganz richtig:

"Man merkt den Schreiberlingen die Bedenken an, sich die Finger zu verbrennen. Sie bewegen sich auf einem neuen unbekannten Terrain und möchten es verständlicherweise vermeiden, sich zu weit raus zu wagen.
Darüberhinaus versucht man möglichen Querulanten gleich zu Beginn mit einem Bereich „Umgangsformen“ entgegenzutreten. Eine Blog-Hausordnung sozusagen. Vergesst es. Wer sich mit Euch anlegen möchte, wird dies tun. Ob mit oder ohne Policy."

Nun ja. Das kann sich ja alles besser. Beim Bloggen vollzieht man viele Lernschritte live. Andrerseits kann man das auch üben - etwa indem man mit Leuten trainiert, die sich damit auskennen. Davon gibts  Tausende allein In Deutschland. Vielleicht hat Persil ja auch geübt vorher. Aber dann mit den falschen. Die hätten Persil vielleicht auch darauf hinweisen können, dass eine Old School Unternehmenskultur mit einem New School Marketing Instrument schwer kollidiert. Und dass man nicht einfach neue Tools benutzen kann, wenn man sie mit alten Denkweisen anpackt.

Egal. Gibt wichtigeres als Waschmittel. Ich befürchte nur eines. Je mehr prominente Blog-Opfer es gibt, desto länger behalten die Skeptiker recht.

Unbedingt lesen: Groundswell

Groundswell_2 Noch nie ein Buch in der Hand gehabt, das so klipp und klar erklärt, worum es für Unternehmen in den nächsten Jahren überhaupt geht. Auf den ersten Blick könnte man sagen: ein Web 2.0 Ratgeber. Aber der Begriff Web 2.0 ist ja so doof, weil unpassend. Er verniedlicht die Situation, in der sich Unternehmen heute befinden - nahezu alles, was sie über Marketing, Vertrieb, Werbung gelernt haben, passt auf die sich verändernde Welt nicht.
Unser Marketingfachwissen ist nämlich nicht etwa zeitlos - es ist aus dem 20.Jahrhundert. Richtigerweise heisst es im Untertitel zum Buch dann auch: "Winning in a world transformed by social technologies."
Klasse Anleitungen, sehr gute Fallbeispiele - ein absoluter Kauftipp!
Nur zwei Nachteile. Erstens: Das Buch ist in englischer Sprache geschrieben, was seine Verbreitung hierzulande einschränken dürfte. Zweitens: Den Titel "Groundswell" konnte ich bis heute nicht übersetzen. Da hilft auch kein Leo.

Marketeasing Leseprobe

Weil es mit Scribd gar zu schön ist: Hier noch eine Leseprobe aus Marketeasing. Viel Spaß damit.

Read this doc on Scribd: marketeasing leseprobe

Hören Sie auf normal zu sein: Die Barcode Designer

Normalität im Businessleben ist so ziemlich das Letzte.  Wer einfach nur normal ist, fällt niemanden auf, reißt keinen zu Begeisterungsstürmen hin und wird nullkommanix wieder vergessen. Klar, dass Normale dafür bestraft werden. Sie können sich nur mit sündteuren Werbebudgets ein bisschen Gehör verschaffen.

Wenn es in meinen Workshops an dieses Thema geht, rutschen manche Teilnehmer nervös auf den Stühlen hin und her. „Wie soll ich das denn anstellen, nicht normal zu sein?“ Manche haben dann Angst, sie müssten sich nackt von einem Hubschrauber in Manhattan abseilen - nur um aufzufallen und ihr Unternehmen ins Gespräch zu bringen. (Richard Branson hat das mal getan.)

Und dann entdecken wir gemeinsam die 1.000 Möglichkeiten, nicht normal zu sein. (Bei den meisten kann man die Hosen übrigens anlassen.)
Hier ist Idee 1.001: Unnormales „Barcode Design“. Verblüffend, was dabei herauskommt, wenn einer etwas ganz normales und daher stinklangweiliges wie den Barcode mal mit Kreativität anpackt.

Barcode

Auf ausgefallene Barcode-Designs spezialisiert ist die japanische Agentur Barcode Revolution. Aber bestimmt gibt es auch Designer, die einen in Deutschland dabei unterstützen, oder?

Via Hobby Princess

Witziges Widget von Autoki

Noch gibt es nicht allzuviele  gelungene Beispiele für die neue Werbeform Widgets. Aber hier ist eines! Widgets was war das nochmal? Das sind kleine Werbeanzeigen, die man"freiwillig" in seine Website oder sein Blog einbaut - einfach weil sie einem gefallen, weil sie Spaß machen oder weil man Fan der Website oder des Unternehmens ist von dem das Widget stammt. Wie so ein Widget aussieht kann man übrigens mitbestimmen.

Im Gegensatz zu den "dummen" Bannern" können Widgets "intelligenter" gestaltet werden. Wie man an dem Beispiel von Autoki sieht kann man damit prima Quartett spielen. Und welcher Mann liebt nicht Quartett?

Der Iglo Rahmspinat erzählt aus seinem Leben

Iglo_zahlencode

Aus welchen Stoffen ist ein Lebensmittel zusammengesetzt? Aus welcher Region stammen die Zutaten? Wer liefert die Rohstoffe? Wie werden sie erzeugt? Wann wurden sie geerntet? Wie werden sie verarbeitet?

Immer mehr Verbraucher wollen ganz genau wissen, was auf ihren Teller kommt. Iglo sagt es ihnen. Auf jeder Packung Rahmspinat findet sich nun ein kleiner Code. Wenn Sie diesen auf dieser Iglo Website eingeben, erfahren Sie ganz genau die Geschichte des soeben gekauften Spinats. Sie lernen sogar die Bauern kennen, die ihn angebaut haben. Motto: Ihr Zahlencode kennt jedes Spinatfeld. So kann jede Verpackung Geschichten erzählen. Anschaulich, detailliert und authentisch.

Ich wette - in ein paar Jahren wird uns dies selbstverständlich sein - jedes Produkt wird dann eine individuelle Website haben, die uns die Auskünfte gibt, die wir wünschen.

Gefunden im Newsletter von Förster & Kreuz

Ade Zielgruppenwerbung! 13 Gründe warum Sie nicht mit Zielgruppen, sondern mit Netzwerken planen sollten

Hören Sie auf in Zielgruppen zu denken, wenn Sie Ihren Erfolg steigern wollen! Die Netzwerkmethode verspricht weitaus mehr Chancen für Ihre Kommunikation.

1. Zielgruppen sind fiktiv. Netzwerke sind real.
Zielgruppen im Marketing sind definiert durch eine Anzahl gleicher Eigenschaften. Sie gehören derselben Altersgruppe an, liegen in derselben Einkommensschicht, sind männlich/weiblich o. ä. Sie sind vor allem statistische Größen. Netzwerke sind real – z. B. die Fahrer eines bestimmten Autos, die Anhänger eines Clubs, Besucher einer Veranstaltung usw.

2. Zielgruppen werden definiert. Netzwerke werden entdeckt.
Mitglied einer Zielgruppe wird man, wenn der Marketingassistent die Statistikparameter festlegt; Netzwerke muss man entdecken: Sie sind zunächst häufig unsichtbar. Um sie sichtbar zu machen, muss man sich fragen: Wer steht mit wem in Kontakt? Welche Personen sind gemeinsam organisiert? Wie tauschen sie Botschaften untereinander aus?

3. Zielgruppen trifft man in Massenmedien. Netzwerke sind überall.
Die Zielgruppendenke gehört ins Verkaufsrepertoire der Massenmedien. Eigenschaften von Zielgruppen werden so definiert, dass möglichst viele Menschen in die Definition hineinpassen. Und dann erreichen Sie diese riesigen Mengen natürlich nur über Massenmedien. Wer Netzwerke erreichen will, kann meist auf Massenmedien verzichten: Denn die „Netzwerke“ sind überall und können durch alle Medien erreicht werden.

4. Zielgruppen sind Mengen von Einzelpersonen. Netzwerke sind Gruppen Gleichgesinnter.
Zielgruppen sind Einzelpersonen, die einige gleiche demographische Eigenschaften aufweisen. Das sagt noch nichts über deren Lebensstil, Freizeitverhalten, Einstellung und Konsumvorliebe aus. Netzwerke sind Gruppen Gleichgesinnter, z. B. die Teilnehmer einer Oldtimer-Rallye, die Fans von Bon Jovi oder die Mitglieder eines Harley Davidson Clubs etc.

5. Zielgruppen sind isoliert. Netzwerke sind verbunden.
Die einzelnen Mitglieder einer Zielgruppe kennen sich nicht. Da ist im Netzwerk komplett anders. Ein Netzwerk wird erst durch die Verbindung seiner Mitglieder zu einem Netzwerk.

6. Zielgruppen sind Autisten. Netzwerke kommunizieren.
Da es unter den einzelnen Mitgliedern von Zielgruppen keine Verbindungen gibt, gibt es auch keine Kommunikation. Anders im Netzwerk: Der Austausch mit Gleichgesinnten ist etwas, was Netzwerke zusammenhält.

7. Zu Zielgruppen schaffen Sie Kontakte. Zu Netzwerke knüpfen Sie Beziehungen.
Zielgruppen erreicht man durch die massenhafte Werbeansprache – über die so genannten Werbekontakte. An Netzwerke kommt man nur, wenn man Teil des Netzwerkes wird. Man knüpft also nicht flüchtige Kontakte, sondern man wird Teil des Netzwerks und man baut Beziehungen auf.

8. Zielgruppenwerbung ist anonym. Netzwerkwerbung ist persönlich.
Die Zielgruppenwerbung spricht Menschen als anonyme Zielpersonen an. Die Netzwerkwerbung spricht von Anfang an den Menschen an und stellt ihn in den Mittelpunkt der Kommunikation.

9. Zielgruppenwerbung kostet Geld. Netzwerkwerbung kostet Zeit.
Es kostet eine Stange Geld über Massenmedien Werbebotschaften zu streuen. Es kostet noch mehr Geld, weil bei Massenwerbung die unvermeidlichen Streuverluste eingebaut sind. Dagegen kann Netzwerkwerbung, die auf persönlichen Kontakten beruht, sogar kostenlos sein. Sie kostet nur Zeit.

10. Zielgruppenkontakte werden alle gleich behandelt. Netzwerkkontakte behandelt man unterschiedlich.
In der Zielgruppenwerbung wird eine Botschaft an alle gesendet. In der Netzwerkwerbung gibt es für unterschiedliche Mitglieder des Netzwerks unterschiedliche Ansprachen – so werden beispielsweise in einem Fußballclub die Fans anders angesprochen als die Zuschauer, die nur gelegentlich zu einer Sportveranstaltung kommen.

11. Zielgruppen sind passiv. Netzwerke aktiv.
Zielgruppen sind Empfänger von Werbebotschaften. Netzwerke sind Empfänger und Sender zugleich. Denn das einzeln angesprochene Mitglied eines Netzwerks wird eine für ihn relevante Nachricht an die anderen Mitglieder des Netzwerks weitergeben.

12. Zielgruppenwerbung ist Monolog. Netzwerkwerbung ist Dialog. In der Zielgruppenwerbung spricht nur einer: das Unternehmen und seine Werbebotschafter. Und die Medien, über die Zielgruppen erreicht werden, bieten keinen Rückkanal. Der Empfänger kann nicht mal antworten. Netzwerkwerbung ist immer Dialog. Der Angesprochen kann Ihnen Feedback geben. Es entwickeln sich Gespräche, in denen das Für und Wider bestimmter Produkte erläutert wird.

13. Zielgruppenwerbung gewinnt Käufer. Netzwerkwerbung gewinnt Käufer und Verkäufer.

Steigen Sie systematisch in das Netzwerkmarketing ein. Versuchen Sie herauszubekommen wie Ihre Kunden untereinander vernetzt sind. Überlegen Sie welche Personen oder Personengruppen Zugang zu ihren potentiellen Kunden haben können. Eine systematische Anleitung dazu demnächst in WerbePraxis aktuell. 

Individuelles Whiskey Label kostenlos

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Vor ein paar Jahren berichtete ich bereits über Jones Soda, die ihre Getränkeflaschen mithilfe von Kundenfotos verzieren und damit einen großen Erfolg haben. Wie groß ist die Freude, wenn man sein eigenes Bild im Supermarkt auf einer Getränkeflasche entdeckt!

Pernod Ricard USA hat die Idee abgewandelt. Dort bleiben zwar die Etiketten im Getränkehandel unverändert - aber Kunden können individuelle Etiketten für sich bestellen - völlig kostenlos.

Das eignet sich also ganz besonders für Getränke, die man verschenken will. Oder für Flaschen, die zu einem ganz besonderen Anlass serviert werden. Einfache aber wirkungsvolle Idee!

Quelle: Springwise, Bild: yourgiftlabel.com

Bevor Sie die nächste Anzeige in Auftrag geben

.. oder den nächsten Spot oder das nächste Werbebanner. Sehen Sie sich das hier an.

Seth Godin kam mir mit dem Posting zuvor. Ja, und er hat auch das Original, das unter Wahrnehmungspsychologen schon seit 9 Jahren bekannt ist.

Wie man den Erlebnishunger im Alltag stillt

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Der New Yorker Aktionskünstler und Lehrer Charlie Todd macht Aufsehen erregendes Improvisationstheater - mit Dutzenden oder Hunderten von Freiwilligen. Improv Everywhere heisst sein Projekt, das mittlerweile auf der ganzen Welt Nachahmer findet. Mit verrückten und verblüffenden Aktionen wollen die Teilnehmer selbst Spaß haben und den tristen Alltag in der Stadt bereichern.
Improv Everywhere macht genau das, was Marketer heute tun müssen, um mit ihren Kunden gemeinsam Spaß zu haben. Sie machen exakt das, was Außenwerbung nach Marketeaser-Art bedeutet: Den Alltag kreativ und überraschend zu gestalten.
Manchmal sollen die Leute zu einer bestimmten Tageszeit ohne Hosen in der U-Bahn fahren – das nennt sich dann „No Pants Day“. Manchmal bringen die Teilnehmer als lebende Skulpturen den Riesenbahnhof Grand Central-Station in New York zum Staunen.

Solche Mitmach-Aktionen sind genau das Spaßerlebnis, wofür sich Menschen begeistern und aktiv engagieren. Marketer, die so etwas als Werbeevent veranstalten wollen, wagen dennoch einen Ritt auf der Rasierklinge. Denn Teilnehmer wollen sich selbst inszenieren und nicht eine Marke oder eine Markenbotschaft.

Bild: Chad Nicholson, Mit freundlicher Genehmigung von Charlie Todd

Mehr dazu:
Artikel von Spiegel Online über Improv Everywhere: Hosen runter, Passanten munter
Polylux-Beitrag über Improv Everywhere
Video zur genialen "Frozen Grand Central" Aktion

Hier kommt der Dichter aufs Zimmer

Im Andaz Liverpool Street Hotel, London kann man bald nicht nur Schampus und Sandwich aufs Zimmer bestellen, sondern auch einen Vorleser.
Dafür hat das Hotel den Journalisten Damian Barr angeheuert. Er fungiert z.B. als Literaturberater, der den Gästen Lesetipps gibt oder er kommt eben zu einer Lesung ins Zimmer. Literatur als Room Service, davon profitieren Autoren, Verlage, die Hotels und natürlich auch die Gäste. Passend gewählt ist der nächste Monat als Termin, da findet die Londoner Buchmesse statt.

Mir persönlich würde das großen Spaß machen in einer kleinen individuellen Lesung etwas mehr über die Stadt zu erfahren, in der ich gerade übernachte. Wird wohl nicht lange dauern bis eine clevere Tourismusdestination das entdeckt und nutzt. Ich tippe mal auf die Österreicher.

Gefunden bei Springwise

Jetzt bloß nicht neidisch werden

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Die Bilder aus dem Google-Büro in Zürich. Sind zwar 59 Stück, aber das Durchklicken lohnt sich. Ob die Besprechungseier nur die Osterdekoration sind? (Bild: Google)

Gefunden beim Bodenseepeter.

Videobloggen verstärkt die Kundenbindung im Onlineshop

Die ersten Beispiele für Onlineshops, die Videobloggen einsetzen, trudeln jetzt auch aus deutschen Landen ein. Bei Hannes Treichl finde ich den Hinweis auf den Detmolder Online-Notenhändler Musikalienhandel.de.

Ein schöner Beweis dafür, dass man Videobloggen erfolgreich einsetzen kann, auch wenn man nicht wie ein Freak vor der Kamera agiert. (Siehe gestriges Beispiel)

Mehr noch: Man kann Videobloggen sogar nutzen, um eine heikle und für viele Kunden möglicherweise ungeliebte Maßnahme zu kommunizieren. Musikalienhändler Wolfgang Meyer-Johanning erklärt, weshalb er den kostenlosen Versand für Kleinbestellungen unter 20 Euro abschaffen wird. Anstelle einer Neujahrsansprache gab es von ihm dazu eine Portoansprache 2008.

Was passierte? Zunächst trudeln verärgerte Kommentare ein - dann schlägt es um. Die Argumente greifen. Und am Ende: Macht der Musikalienhandel 30% mehr Umsatz als vorher, da viele Kunden von Sammelbestellungen Gebrauch machen.

Kunden suchen außergewöhnliche Läden

"Wer kennt es nicht - immer die gleichen Läden, immer die gleichen Klamotten und mindestens drei von fünf Freundinnen haben sich das gleiche neue Teil gekauft wie man selbst! Von wegen Individualismus durch den Kleidungsstil ausgedrückt. Pah!
Davon haben wir genug! Und deshalb setzen wir jetzt eine neue Idee in die Tat um. Wir werden kleine, außergewöhnliche Läden, mit außergewöhnlichen Sachen und zu außergewöhnlichen Preisen (kleiner Scherz, sollte doch alles noch in einem bezahlbaren Rahmen bleiben) vostellen. Kurzum werden wir in Läden gehen, Klamotten anprobieren und das filmen. In der Karte findet Ihr die Standorte mit direkter Verlinkung zu den Filmen. Vielleicht entdeckt auch Ihr dabei etwas Neues!"

Tolle Idee, tolles Blog: allet ohne Schminke

Yahoo News Globe: Einfach nur großartig

Faszinierend wie diese neue Yahoo-Spielerei Nachrichten aus aller Welt darstellt. Zurücklehnen und berieseln lassen. Oder im interaktiven Modus selbst am Globus drehen. Yahoo News Globe.

Newsglobe


Welche Eigenschaften hat der Kunde 2.0?

Eine unvollständige Liste:

Der Kunde 2.0.:

  1. Beschwert sich nicht mehr – er bloggt darüber.
  2. Je mehr er genervt ist, desto häufiger wird er das Thema aufgreifen.
  3. Wenn er Dich geliebt hat, kann er Dich besser hassen.
  4. ?
  5. ?

Aktualisierung 08.02.08
Anmerkungen von Matthias Metze im San Lorenzo Blog:

  • "Er lässt seine Online Community wissen, was er von dem Produkt hält.
  • Er gibt Feedback im Firmen-Blog/Forum/Network.
  • Er weiß, dass Kaufen und Verkaufen mit Kommunikation zu tun hat
  • Er hat Spaß daran."

Wahre Fans... zahlen auch Deine Steuern

Das Marketeasing-Leben schreibt tolle Geschichten.

Zum Beispiel die von der Gourmet-Eisdiele Toscanini's in Cambridge, Massachusetts. Diese seit 25 Jahren bestehende Eisdiele - die New York Times bezeichnete sie mal als die beste Eisdiele der Welt - haben die Behörden wg. Steuerschulden geschlossen.

Die Steuerschulden belaufen sich auf 167.810 US Dollar. Innerhalb einer Woche haben 300 Kunden der Eisdiele 30.000 US Dollar gespendet, damit der Laden wieder öffnen kann.

Die enge Beziehung zu den Kunden drückte sich bislang auch darin aus, dass viele Ideen für neue Geschmacksrichtungen von den Kunden angeregt und von der Gelateria tatsächlich aufgenommen wurde. So zum Beispiel ein Eis namens Kulfi, mit Pistazien und Kardamom das auf einem asiatischen Dessert beruht und von einem indischen Harvard Professor angeregt wurde.

Gefunden bei Tim Manners, Reveries Magazine
Und in der New York Times

Bald 60 Tage ohne Antwort von Machalke

Übermorgen sind es dann 60 Tage, dass ich auf eine Antwort von Machalke warte. Dabei wollte ich mir doch nur ein Sofa kaufen. Und dabei den Namen eines Händlers erfahren, bei dem ich es ansehen könnte.

Machalkes Kommunikation und Vertrieb offenbaren gleich mehrere Schwächen:

- Die Inhalte des Kontaktformulars werden nicht gelesen oder nicht beantwortet.
- Der Geschäftsführer hat ein totes Xing-Profil oder hält es nicht für nötig zu antworten.
- Der Handel wird über Kaufinteressenten unzureichend informiert.
- Machalke hat keine Ahnung, was man im Web über sie spricht. (Sonst hätten sie diesen oder diesen oder diesen Eintrag bemerkt.

Das einzig Gute, was ich über sie sagen kann: Sie bauen hervorragende Sofas.
Übrigens, kennt ihr schon das Sofablog?

 

20.000 Menschen führen ein Unternehmen

Wer nicht will, dass seine Kleidung von unterbezahlten Arbeiterinnen und Arbeitern, unter miserablen Produktionsbedingungen oder von Kindern hergestellt wird. Wer nicht will, das zweifelhafte Chemikalien in seine Textilien geraten, Rohstoffe unter Pestizideinsatz angebaut werden usw. der sollte am besten eine eigene Modemarke aufbauen, damit er all dies steuern kann.

Genau das versuchen die Macher hinter dem Projekt nvohk (schwieriges Wort). Eine Modemarke gemanagt von ihren Käufern.

20.000 Menschen müssen zusammen kommen und einen jährlichen Beitrag von 50 US Dollar entrichten, dann wird das Unternehmen gestartet. Sie werden dann online zur Abstimmung über wichtige Business-Entscheidungen gebeten - erwähnt sind Logo-Design, Werbung usw. (Ich hoffe, es gibt wichtigere Entscheidungen zu fällen - Einkauf, Produktionsbedingungen, Preisgestaltung, Vertrieb, Auswahl der Geschäftspartner usw.)

Großartige Idee, die zwar nicht neu ist. Um die Ecke gibt es eine Brauerei, die von den Biertrinkern einstmals gerettet und jetzt erfolgreich geführt wird. Für mich kultiger als Rothaus.

Aber irgendwie doch recht ungewöhnlich, dies in einem Land wie Deutschland zu lesen, dessen mittelständische Unternehmen nicht mal die E-Mail-Kommunikation mit ihren Kunden wahrnehmen. (Ja ihr ahnt es schon: Bereits 44 Tage ohne Antwort von Sofa-Hersteller Machalke)

Sofahersteller Machalke antwortet nicht - bereits seit 20 Tagen

Heute vor 20 Tagen schrieb ich dem deutschen Polstermöbelhersteller Machalke eine kleine Frage in das Kontaktformular auf seine Website. Bei welchem Händler das Modell Hyde Park denn anzutreffen sei - damit wir es probesitzen können?
Nachdem ich schon Besitzer eines Machalke Modells bin, nehme ich an, das Sitzgefühl wird auch bei dem ins Auge gefassten Hyde Park wunderbar sein. Aber wer kauft ein Sitzmöbel schon unbesehen?

Vor 13 Tagen entdeckte ich dann das Profil des Machalke Geschäftsführers Bernd Fuhler bei Xing und stelle ihm die gleiche Frage mit Hinweis auf meinen Blogeintrag. Auch hier gab es keine Antwort.

Vor 4 Tagen besuchten wir dann einen Händler in Lindenberg. Dort gab es zwar verschiedene Machalke Modelle zu sehen, aber nicht das gesuchte Hyde Park. Aber dann hatte der Händler eine folgenschwere Idee. Er versprach uns weitere Informationen von Machalke zu besorgen.Er rief in unserem Beisein beim Hersteller an und bat um die Zustellung eines PDF. Zuerst warteten wir. Vergeblich. Dann versprach der Verkäufer das PDF per E-Mail nachschicken. Zwei Tage später dann diese Antwort:

"Leider habe ich bis heute noch keine Unterlagen von Machalke erhalten. Ich werde Ihnen diese schnellstmöglich weiterleiten, sobald diese bei uns eingetroffen sind. Ich hoffe Sie haben noch etwas Geduld - Sie wissen ja wie das häufig vor Weihnachten läuft."

Ich vermute, das läuft bei Machalke auch nach Weihnachten nicht anders.

Mit dem Fahrstuhl zum Plot

Ein deutscher Thrillerautor erprobt neue Marketingmethoden. Und feiert den Prolog zum Buch als Horrorspiel.

Dieser Artikel war für ein großes deutsches Nachrichtenmagazin vorgesehen. Aber weil deren Deadline für den Ankauf des Artikels heute verstrichen ist, steht er nun hier. Viel Spaß beim Lesen.

Frank Schröder aus Berlin-Friedrichshain war gerade beim Teekochen in der Küche, als der Pizzabote an seiner Tür klingelte. Eine Jumbo-Pizza Salami/Käse. Dumm nur: Er hatte keine bestellt. Ein Unbekannter hatte die Pizza bei einem Pizzadienst in Auftrag gegeben und sie an Frank ausliefern lassen. In den vergangenen Tagen schlug der Unbekannte mehrfach zu – an die 20 Personen erhielten Pizzen, ein gutes Dutzend auch Blumensträuße. Kein Gruß, kein Absender, nichts. Nur ein USB-Stick. Wer den – der Virenangst trotzend – furchtlos in den USB-Schlitz seines Rechners steckte, sah darauf ein rätselhaftes, verwackeltes Video, was in seiner Horrormanier an die Handkameraszenen des einstigen Schockers Blair Witch Project erinnerte. Das Video zeigte nichts als das Innere eines Fahrstuhls mit der Stockwerksanzeige „-11“.
Doch die unbestellten Grüße mit Videobotschaft waren kein schlechter Scherz von Freunden wie manche vermuteten und auch nicht das Werk eines Psychopathen. Sie waren Teil eines so genannten Alternate Reality Games. Eines neuen Spielgenres, das auf viele Mitspieler so verstörend wirkt wie ein Kinobesuch auf das Publikum vor reichlich 100 Jahren. Man erinnert sich: In den USA sollen Kinobesucher beim Anblick einer Büffelherde auf der Leinwand schreiend aus dem Kino gerannt sein.

Alternate Reality Games, kurz ARG sind Spiele, die sich anschicken Virtualität und Realität so heftig zu verstricken, dass daraus eine dritte alternierende Wirklichkeit entsteht. „This is not a game – dies ist kein Spiel“ ist das Credo der Spielmacher. Während sich Opa noch an fiktiven Obern und Untern im Kartenspiel und die Elterngeneration am Häuslebauen beim Monopoly Brettspiel erfreuten, liegt die Sache bei den ARGs anders: Das ganze Leben wird zum Spielfeld. Alles in der Umgebung kann Teil der Realität oder des Spiels sein. Wahrheit oder Spiel – die Unterscheidungslinie soll gar nicht gezogen werden.

So gruselten sich besorgte junge Mütter im Elternforum als eine von ihnen von den USB-Stick-Zustellungen berichtete. Den Ratschlag, am besten gleich zur Polizei zu gehen, gab es öfters. Ebenso den Hinweis: Pass auf dich auf! Was viele der besorgten Mütter nicht wussten: „Pass auf mich auf“ war der Name, unter dem die rätselhafte Datei auf dem USB-Stick abgespeichert war. Offenbar hatten die Macher die ängstliche Reaktion bereits vorausgesehen.

Mehrere rätselhafte Zeichen, die mal in Form von Websites, mal in Gerichtsakten daher kamen, verdichteten sich zu einer Story. Offenbar stand ein kleiner Junge namens Horatio im Mittelpunkt. Aber der kleine krebskranke Kinderklinik-Patient war nicht so unschuldig wie man vermuten konnte. Eine bei ihm durchgeführte Rückführungstherapie – neuester Schrei der Esoterikszene – brachte grausame Geschehnisse an den Tag. Der Kleine war in seinem früheren Leben ein Serienkiller gewesen. Das mag man als schnöden Krimiplot abtun – bis zu dem Zeitpunkt als sich im Internet die Meldung von einem wahrhaftigen Leichenfund verbreitete. Den Tatort hatte Horatio in einem seiner Traumprotokolle genau beschrieben. Wer von den bis dato nur mitlesenden Krimifreunden dies überprüfen wollte, wurde jäh ins Spiel gerissen. Oder war es doch real? Am Tatort, in einem einsam gelegenen Gartenhaus, traf man auf Absperrbänder und Polizeibeamte, Gerichtsmediziner – mithin das ganze Arsenal, das man brauchte, um das Spiel für bare Münze erscheinen zu lassen.

Da begann es die ersten bei der cleveren Marketingaktion zu gruseln. Denn trotz aller echt wirkenden Ereignisse war dies ein inszeniertes Spiel –allerdings mit einem veritablen Thrillerspezialisten im Hintergrund. Der Droemer Knaur Verlag war auf die Idee verfallen, den Prolog zum neuen Buch des Berliner Thrillerautors Sebastian Fitzek auf diese Weise zu veranstalten und unerschrockene Schnitzel- und Leichenjäger daran teilhaben zu lassen. Hieß es bisher „der Film zum Buch“ oder „das Spiel zum Film“ so drehten die Werbeexperten des Verlags mithilfe der Berliner Viralmarketingagentur VM-People das Ganze um: das ARG-Spiel zum Buch. Clevere Krimikenner orakelten das schon nach wenigen Tagen. Als das Gerücht von einer mutmaßlichen Werbeaktion für seinen in Kürze erscheinenden Thriller „Das Kind“ die Runde machte, waren einige beruhigt. „Zum Glück keine echte Leiche.“ Andere waren enttäuscht. „Wenn ich gewusst hätte, dass es eine Werbeaktion ist, hätte ich nicht daran teilgenommen.“

Für manche „Argonauten“, wie sich die ARG-Spieler selber nennen, dürfte sich das Spiel recht realitätsnah angefühlt haben. Einen der Spieler observierten die Spielemacher beim Einkauf in einer Buchhandlung. Wenig später flatterte ihm die Warnung ins Haus, die Ermittlungen besser einzustellen, wenn ihm sein Leben lieb wäre. Andere wurden vom mutmaßlichen Serienkiller angerufen und zum Finale in den von unzähligen Wildschweinen bevölkerten nebelfeuchten und dunklen Grunewald bestellt. Immerhin rund 25 Spieler und Spielerinnen trauten sich gemeinsam – nur mit Taschenlampen bewaffnet – in den Wald, wo sie Opfer einer Entführung wurden. Mit Kopfhörern und Augenbinden wurden sie zum eigentlichen Spielende gefahren – wo sie neben der Auflösung des Rätsels der Autor Sebastian Fitzek mit Stullen, Kartoffelsalat, Rotwein und Tee erwartete. War das schlimm? „Och ne“, sagten manche, „wir hätten eigentlich noch mehr erwartet.“ „Ich hätte einiges mit mir machen lassen“, gab eine andere zur Protokoll. „Ich war darauf vorbereitet am Baum festgebunden zu werden.“ Stattdessen spannten Verlag und Autor die Spielpioniere nicht länger auf die Folter.
Obwohl ein bisschen mehr Folter wäre den meisten Mitspielern noch lieber gewesen. Möglicherweise zeigt dies einen neuen Trend im Freizeitverhalten. Dabei sein ist besser als mitlesen. Und mittendrin besser als nur dabei.

Nur zartbesaitete Zeitgenossen dürften sich fragen: Darf Werbung das alles? Ist es denn witzig in einer Zeit der Telefon- und Chatüberwachung, der Ausspähung der eigenen vier Wände und dem Online-Lauschangriff im Videoüberwachungsstaat ein solches Spiel zu spielen, das die Mitspieler in ihrer Privatsphäre einholt?
Werbestrategen stellen sich eine ganz andere Frage: Was hat es gebracht? Für Marketingchef Klaus Kluge vom Droemer Knaur Verlag, der die neuartige Werbeinszenierung verantwortete, ist diese Antwort derzeit allerdings noch offen. Er hat der Buchbranche nun eine neuartige Chance der Buchinszenierung gezeigt und selbst ein großes Maß an Experimentierfreude bewiesen. Ob es sich in den Buchverkäufen des Thrillers „Das Kind“ niederschlägt, wird sich bald zeigen. Denn der Titel wird erst ab Januar im Buchhandel ausgeliefert und stand beim großen Showdown noch nicht gedruckt zur Verfügung.

Die Antwort der Spieler ist ohnehin klar: Das Alternate Reality Game darf alles. Solange es Spaß macht.

Website des Spiels Push11

Horatios Tagebuch: Zimmer 217

Chronik des ARG push11, von einer Teilnehmerin veröffentlicht (ideal zum Einlesen)

Selbst organisiertes push11-Teilnehmer-Forum (täglich bis zu 300 aktive Ermittler)

Live-Berichterstattung zu push11 im Hauptstadtblog

Ich hasse Online-Formulare

Meine schlechte Erfahrung damit ist die: Schreibst Du einer x-beliebigen bodenständigen deutschen Firma etwas ins Kontaktformular, kannst Du sicher sein, nie eine Antwort darauf zu halten. Der Inhalt der Online-Formulare wird bei vielen Unternehmen offenbar direkt in den Papierkorb gekippt.

Vor nunmehr 6 Tagen (oder 4 Werktagen) schrieb ich dem Polstermöbelhersteller Machalke ein Anliegen ins entsprechende Kontaktformular. Die einfache Frage war, wo ich ein bestimmtes Sofamodell in Deutschland ansehen und zur Probe sitzen könnte. Bis heute habe ich keine Antwort.

Wenn Sie Online Formulare auf der Website anbieten, sollten Sie folgendes beachten:

1. Legen Sie fest, wer diese öffnet, weiterleitet und wie schnell dies geschehen soll. Empfehlung: binnen zwei Stunden.
2. Legen Sie fest, wer online Fragen beantwortet und bis wann er von einem intern fachlich zuständigen Mitarbeiter eine Antwort zu erhalten hat. Empfehlung: binnen 8 Stunden.
3. Beantworten Sie die Online-Anfrage. Empfehlung: Binnen 24 Stunden spätestens 48 Stunden.
4. Beantworten Sie jede Online-Anfrage sofort durch eine automatisch generierte Antwort in der Sie den Empfang bestätigen.
5. Erkundigen Sie sich in der Antwort-E-Mail beim Kunden, ob damit seine Frage zufrieden stellend beantwortet ist, oder ob Sie ihm weiterhelfen können.
6. Leiten Sie alle Online-Anfragen, die nicht innerhalb der festgelegten Frist beantwortet sind an den Posteingang eines Vorgesetzten weiter.

Hoeneß und die Macht der Fans

Ohne Fans wird kein Unternehmen überleben - Fans sind die Mundpropagandisten, die treuen Käufer, wichtige Feedback-Geber und nehmen einem selbst kleine Fehler nicht übel.Wir aus der Wirtschaft gucken gerne in den Sport wenn wir die Macht der Fans studieren wollen.

Dem Management des FC Bayern werden die Fans offenbar zu mächtig. Oder kommunizieren Hoeneß und Co. nur zu schlecht mit den Fans? Dieser Ausraster legts nahe.

"Anhänger warfen der Clubführung vor, man fühle sich nicht mehr ernst genommen, es gebe zu viele Logen, die Stimmung werde immer schlechter. Beim Lokalrivalen 1860 sei die Atmosphäre deutlich besser."

Dazu Hoeneß:

"Beide (Fanclubs) seien zuletzt auf ihn zugekommen und hätten darum gebeten, einen eigenen Stand in der Arena kriegen zu können, um ihre eigenen Artikel zu verkaufen. "Um ihre eigenen Geschäfte zu machen", sagte Hoeneß. Beide übten "unglaublichen Druck" aus.

Zitate und mehr dazu bei Spiegel Online

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